07.04.2026

JEMA Energy

Eplan ist "Backbone" für das gesamte elektrotechnische Engineering bei JEMA Energy

Funktionales Engineering bei JEMA Energy mit Eplan

JEMA Energy entwickelt und fertigt seit über 70 Jahren statische Leistungskonverter für anspruchsvolle Anwendungen in der Energieerzeugung, im Öl- und Gasbereich, in der Plasmaphysik, an Teilchenbeschleunigern, im Bahnverkehr, in der Elektromobilität und in der Nutzung erneuerbarer Energien.

Seit 2009 gehört JEMA zur Irizar-Gruppe und ist dort technologischer Partner für Leistungselektronik. Die Gruppe ist international im Bus-, Bahn-, Energie- sowie Straßen- und Seetransportgeschäft aktiv, beschäftigt mehr als 3.350 Mitarbeitende, erwirtschaftet einen Umsatz von über 750 Millionen Euro und investiert kontinuierlich in Forschung und Entwicklung.

Ausgangssituation: wenig Wiederverwendung, hoher manueller Aufwand

Aus Sicht des Engineerings wurde nahezu jedes Projekt als Neuentwicklung behandelt. Bestehende Schaltungen und Lösungen wurden nur selten wiederverwendet. Zwar waren die übergeordneten Geschäftsprozesse bereits weitgehend standardisiert, im eigentlichen Schaltplan-Engineering fehlte diese Standardisierung jedoch. Ein erheblicher Anteil der Zeit floss in reines „Zeichnen“ und Nacharbeiten, statt in konstruktive Aufgaben mit technischem Mehrwert.

Ziel war es daher, ein ECAD-System einzuführen, das die Intelligenz der Komponenten erhält, Seiten und Geräte konsistent miteinander verknüpft, die Wiederverwendung von Modulen und Standardschaltungen unterstützt und sich ohne kundenspezifische Programmierung an spezielle Anforderungen anpassen lässt.

Entscheidung für Eplan Electric P8

JEMA Energy setzt seit 2016 Eplan Software ein. Im Rahmen eines Beratungsprojekts zur Prozessoptimierung zeigte sich, dass Eplan Electric P8 die benötigten Funktionen bereits im Standardumfang bereitstellt. Es handelt sich um ein konsistentes, integriertes und performantes Engineering-System für Maschinen- und Anlagentechnik. Unterschiedliche Konstruktionsmethoden werden unterstützt, von der klassischen, manuellen Erstellung bis hin zur stark vorlagen- und makrobasierten Arbeitsweise.

Die im Schaltplan erfassten Projektdaten bilden die verbindliche Grundlage für die automatische Generierung der vollständigen Maschinen- und Anlagendokumentation. Eplan Electric P8 ist damit nicht nur ein Zeichenwerkzeug, sondern die zentrale Datenquelle für das gesamte elektrotechnische Engineering bei JEMA Energy.

Parametrierung statt Programmierung

Einige spezifische Anforderungen von JEMA Energy waren nicht direkt im Standard abgedeckt. Statt dies mit individueller Programmierung zu lösen, setzt das Unternehmen konsequent auf Parametrierung. Anpassungen werden über Konfigurationsparameter und Einstellungen vorgenommen, nicht über kundenspezifischen Code.

Dadurch kann das Engineering-Team viele Erweiterungen und Anpassungen selbst umsetzen und muss das Eplan Team nur bei komplexeren Themen hinzuziehen. Ein wichtiges Beispiel sind erweiterte Kreuzreferenzen, die zunächst gemeinsam mit Eplan Beraterinnen und Beratern aufgebaut wurden und heute vom JEMA-Team eigenständig gepflegt und weiterentwickelt werden.

Integration von Eplan in das ERP

Eine zentrale Rolle spielt die Integration der Eplan Plattform in das ERP-System von JEMA Energy. Artikeldaten, Varianteninformationen und Stücklisten stehen damit zentral und konsistent zur Verfügung. Die Stücklisten werden direkt aus dem Schaltplan erzeugt und ohne Medienbruch in das ERP übertragen, Schaltpläne und Stücklisten stimmen stets überein.

Das ECAD-System ist dadurch eng mit den logistischen Prozessen, insbesondere mit Einkauf, Disposition und Fertigung, verbunden. Änderungen im Engineering wirken sich kontrolliert und nachvollziehbar auf alle nachgelagerten Bereiche aus.

Automatische Schaltplanerzeugung in Eplan

Auf Basis vorhandener Schaltpläne wurden bei JEMA Energy strukturierte Makrobibliotheken aufgebaut. Eplan nutzt diese Bibliotheken für eine regelbasierte, Konfigurator gestützte Projekterzeugung. Über definierte Parameter und Optionen lassen sich projektspezifische Varianten abbilden, während Eplan die vollständigen Schaltpläne automatisch generiert.

Die Generierung erfolgt per Mausklick. Struktur, Gerätekennzeichnung und Dokumentation bleiben über alle Varianten hinweg einheitlich. Dieses Vorgehen ist auch auf andere Branchen und Unternehmensgrößen übertragbar und erfordert keine langen Implementierungsprojekte.

Implementierungsprozess und Rollenmodell

Die Einführung der Eplan Lösungen erfolgte schrittweise. Zunächst wurden die bestehenden Abläufe analysiert und ein Konzept zur Anpassung der Plattform erstellt. Im Anschluss wurden Eplan Electric P8 parametrisiert, Makros und Vorlagen aufgebaut und erste Konfiguratoren implementiert. In weiteren Beratungsprojekten wurden Methoden und Workflows iterativ verfeinert.

Im täglichen Betrieb haben sich drei Nutzergruppen etabliert. Es gibt Anwenderinnen und Anwender, die primär Informationen und Dokumentation lesen, etwa im Einkauf oder in der Fertigung. Eine zweite Gruppe arbeitet aktiv in der Konstruktion und erstellt oder modifiziert Projekte. Die dritte Gruppe sind die Key-User, die Methoden, Makros, Vorlagen, Konfiguratoren und automatisierte Abläufe definieren und als standardisierte Werkzeuge in der Eplan Plattform bereitstellen.

Das Key-User-Team stellt neue Prozesse in Form von Schaltflächen, Symbolleisten und Automatismen bereit und schult die Anwender gezielt nur in den Funktionen, die sie im Alltag benötigen. Auf diese Weise bleibt die Nutzung für alle Beteiligten übersichtlich und effizient, ohne dass jede Person Eplan Expertin oder Experte sein muss.

Beispiel aus der Praxis: Sigma-Ladereihe

Ein konkretes Beispiel ist die neue konfigurierbare Sigma-Ladereihe. Zunächst wurden Produktstruktur und Optionsumfang definiert. Auf dieser Basis entstand ein detailliertes Basisprojekt mit allen relevanten Schaltplänen. Dieses Projekt wird laufend gepflegt und bei Produktänderungen aktualisiert.

In Kombination mit Eplan dient dieses Basisprojekt als technischer Baukasten. Für jede Kundenkonfiguration lassen sich die benötigten Schaltpläne und die vollständige Fertigungsdokumentation automatisch erzeugen. Gleichzeitig werden konsistente Stücklisten generiert und an das ERP übergeben.

Aus Kundensicht entsteht ein maßgeschneidertes Produkt, intern bleibt der Aufbau standardisiert. Struktur, Symbolik, Artikelstammdaten und Fertigungsinformationen sind durchgängig definiert und in der Serienmontage abgesichert.

Ergebnisse und Nutzen aus Engineering-Perspektive

Vor der Einführung von Eplan wurden Zeiteinsparungen durch Automatisierung nur grob geschätzt, ebenso der Fortschritt einzelner Projekte. Die Dokumentation bestand häufig aus einfachen Symbolen und war für nachgelagerte Abteilungen nur eingeschränkt nutzbar.

Heute erzeugt JEMA Energy mit Eplan deutlich vollständigere und strukturiertere Unterlagen, die alle benötigten Informationen für Engineering, Einkauf, Fertigung und Service enthalten. Durch die Verwendung von Artikeldaten im Schaltplan kann der Einkauf direkt aus der Dokumentation heraus planen und disponieren.

Ein großer Teil der Schaltplanerstellung läuft automatisiert ab. Viele Tätigkeiten, die früher mehrere Stunden erforderten, werden jetzt per Klick ausgeführt. Die Vorarbeit der Key-User in Form von Vorlagen, Makros und Konfiguratoren ist dabei bewusst investierte Engineering-Zeit, die eine hohe Wiederverwendung ermöglicht. Der Return on Investment stellte sich in kurzer Zeit ein.

Mit dem Wachstum des Unternehmens und den steigenden Anforderungen des Marktes, etwa hinsichtlich Termineinhaltung und technischer Komplexität, wurde es immer wichtiger, die jeweils richtigen Informationen zur richtigen Zeit der richtigen Person zur Verfügung zu stellen. Dies gelingt nur mit einer ganzheitlichen Sicht auf den Engineering-Prozess.

Eplan hat geholfen, Engpässe im Ablauf zu identifizieren und zu reduzieren. Heute arbeitet ein klar strukturiertes Designteam mit definierten Aufgaben innerhalb und außerhalb der Eplan Plattform. Symbolleisten, Automatismen und Hilfsfunktionen unterstützen die tägliche Arbeit, ohne die Systeme zu überfrachten. Für JEMA Energy sind Zuverlässigkeit und Qualität der Dokumentation mindestens so wichtig wie die reine Geschwindigkeit. Die Plattform sorgt dafür, dass definierte Prozesse reproduzierbare Ergebnisse liefern – unabhängig davon, wer im Projekt gerade arbeitet.

Die Meinung des Kunden

„Eplan ist ein sehr umfassendes Werkzeug mit sehr vielen Möglichkeiten. Jede Vereinfachung eines Prozesses ist für uns ein Erfolg und gleichzeitig der Ausgangspunkt für den nächsten Verbesserungsschritt. In diesem kontinuierlichen Verbesserungszyklus wird uns oft erst im Rückblick klar, wie weit wir bereits gekommen sind.

Eine Plattform mit dieser Funktionsvielfalt, Flexibilität und dem gebotenen Service können wir sowohl Kunden als auch Lieferanten empfehlen. Wenn unsere Lieferanten ebenfalls mit Eplan arbeiten würden, würde das den Austausch von Fertigungsinformationen erheblich vereinfachen.“

— Eider Iturrioz, Asier Santamaría, JEMA Engineering Department