Eplan Rockstar Kai Hennings: „Hört auf, Daten einzutippen, fangt an, Daten zu nutzen!“

„Hi, ich bin der Kai!“ Mit diesen Worten begrüßt Kai Hennings regelmäßig seine Zuschauer auf dem YouTube-Kanal „Eplan kurz erklärt“. Beim Next26 gab der Eplan Rockstar persönliche Tipps rund um die durchgängige und effektive Nutzung von Daten, beginnend in frühen Projekt-Phasen. Für sein Beispiel nutzt er das TIA Selection Tool von Siemens und die Schnittstelle zur Datenübergabe nach Eplan.

Großartige Dinge kommen niemals aus der Komfortzone – nach diesem Motto loten Eplan Rockstars Tag für Tag ihre Grenzen aus und denken ihr Engineering immer wieder neu. Beim Eplan Next26 haben Experten aus aller Welt ihre persönlichen Software-Tipps mit den Zuschauern geteilt. Vielleicht lassen ja auch Sie sich inspirieren, der nächste Eplan Rockstar Ihres Unternehmens zu werden?

Heute stellen wir die Tipps von YouTuber Kai Hennings vor. Dabei liegen ihm neben den großen Fragen zu Potenzialen von KI oder der Asset Administration Shell (AAS) vor allem die kleinen Themen des Alltags am Herzen: „Meine Community fragt nicht, wie sie KI implementieren kann. Sie treibt eher um, wie sie das Eplan Logo im Normblatt ihres Projektes in das eigene Firmenlogo abändern können,“ ordnet er ein (das passende Video dazu gibt es hier).

An die Eplan Nutzer appelliert er, sich den Engineering-Alltag leichter zu machen, indem sie ganzheitlich denken und Daten durchgängig nutzen, ohne sie mehrfach eingeben zu müssen: „Hört auf, Daten einzutippen, fangt an, Daten zu nutzen!“

Von Sales bis Service: Die Phasen eines Projektes

„Es lohnt sich, ein Projekt auch über die Engineering-Phase hinaus zu betrachten,“ schlägt Kai Hennings vor. Wenn man sich ein Projekt in Gänze anschaut, durchläuft es verschiedene Phasen, wie zum Beispiel folgende:

„Jede Phase bringt konsistente Daten mit sich, die das ganze Projekt über genutzt werden können,“ erklärt Kai Hennings.

Beispiel: Basic Engineering mit dem TIA Selection Tool

Wie diese Daten clever genutzt werden können, zeigt ein Beispiel: Ein Kunde fragt nach einem Angebot. Dafür ist Basic Engineering erforderlich, die frühe Phase des Engineerings. Dabei gilt es, sich Gedanken über das angeforderte System zu machen und wie es funktionieren sollte. Kai Hennings benutzt dafür das TIA Selection Tool von Siemens. Damit kann er etwa Motorschütze, ein 24-Volt-Netzteil sowie die benötigten SPS einplanen.

Irgendwann geht es dann in die Realisierungsphase, in welcher unter anderem der Schaltschrank konstruiert wird. Kai Hennings Tipp: „Warum nicht auch hier die Daten aus dem Basic Engineering nutzen und in Eplan importieren?“

Links im Bild sieht man einen Motorschütz, erstellt im TIA Selection Tool. Nach einer Datenübertragung werden sie auch in Eplan (rechts im Bild) dargestellt. Motorschütz im TIA Selection Tool und in Eplan.

Dafür kann das AML-Interface für die SPS-Komponenten genutzt werden. Die komplette Stückliste kann als CSV-Datei aus dem TIA Selection Tool exportiert und als Geräteliste in Eplan hochgeladen werden. So muss der Ingenieur nicht mehr darüber nachdenken, welche Motorschutzschalter oder Schütze kalkuliert wurden oder ähnliches. Im nächsten Schritt können die SPS-Daten genutzt werden, um sie in Eplan um weitere Daten anzureichern und diese an den Programmierer zu übergeben.

Links im Bild sieht man SPS-Komponenten im TIA Selection Tool. Nach einer Datenübertragung werden sie auch in Eplan (rechts im Bild) dargestellt. SPS-Komponenten im TIA Selection Tool und im Schaltplan in Eplan.

Mit den Werkzeugen entlang des Engineering-Prozesses, kann auf Basis der durchgängigen Daten ein vollständiger Digitaler Zwilling des Automatisierungssystems erstellt werden. Gibt es Geräte, die häufiger zum Einsatz kommen, werden entsprechende Vorlagen angelegt, die einfach wiederverwendbar sind. Wird ein 3D-Schaltschrank-Layout erstellt, können die Daten für die Fertigung des Schaltschrankes genutzt werden: Neben den elektrischen Bauteilen werden auch mechanische Komponenten wie Kabelkanäle und Hutschienen vorbereitet, Aussparungen in der Tür oder später die Drahtsätze automatisch gefertigt. Selbst Etiketten für die Beschriftung von Schaltschränken und Komponenten können aus den Schaltplandaten abgeleitet werden, die Eplan über Schnittstellen für die Druckersysteme von Partnern bereitstellt.

„Alle diese Dinge sind etwas, das Eplan bereits liefert“, betont Kai Hennings. „Das sind keine ausgefallenen Sachen, sondern Basisfunktionen. Es lohnt sich daher, die Prozesse im Engineering und in der eigenen Werkstatt einmal genauer anzusehen und dann konsequent auf die Daten zuzugreifen, die bereits verfügbar sind.“

Eplan Plattform 2027 für weniger Reibungsverluste

Auch bei der neuste Eplan Version, die Plattform 2027, erwartet Kai Hennings für Anwender Mehrwerte mit Blick auf Datendurchgängigkeit und die sinnvolle Nutzung von Daten entlang des gesamten Projektes: „Viele wünschen sich vor allem weniger Reibungsverluste. Der Elektrokonstrukteur von heute übernimmt deutlich mehr Aufgaben als früher. Neben der eigentlichen Konstruktion spielen Themen wie Datenmanagement, Dokumentation oder inzwischen sogar Beschaffung eine Rolle,“ sagte er dem SPS-Magazin. „Deshalb sind Funktionen wichtig, die Prozesse vereinfachen und Informationen durchgängig verfügbar machen. Besonders wichtig ist dabei die Zusammenarbeit zwischen den Disziplinen. Mechanik, Elektrotechnik und Software arbeiten oft noch zu stark nebeneinander. Mein Wunsch wäre, dass Änderungen künftig automatisch über die verschiedenen Bereiche hinweg sichtbar werden. Wenn der Mechanikkonstrukteur einen Sensor ändert, sollte die Information auch direkt beim Elektrokonstrukteur ankommen.“

Der Plattformgedanke von Eplan hat genau dies im Fokus: Einzelne Funktionen stehen im Hintergrund, vielmehr geht es um durchgängige Prozesse. Um das Engineering zunehmend vernetzter zu gestalten, braucht es gemeinsame Datenmodelle, konsistente Informationen und Werkzeuge, um so nahtlos wie möglich zusammenzuarbeiten. Mehr zu den aktuellen Neuheiten der Plattform 2027 erfahren Sie im Interview mit dem Eplan Experten Sean Mulherrin.

Über Kai Hennings, bekannt von „Eplan kurz erklärt“

Kai Hennings ist gelernter Elektriker und hat während seiner Ausbildung hauptsächlich im Schaltschrankbau gearbeitet. Schon früh begann er damit, Anlagen zu planen und selbst zu programmieren. Während seiner beruflichen Laufbahn war er schon in vielen Bereichen tätig, darunter im Sondermaschinenbau, im Kraftwerksbau und im Bergbau. Dabei hat er auch internationale Erfahrungen gesammelt.

Bereits seit der Version 5.40 arbeitet Kai Hennings mit Eplan. 2020 hat er damit begonnen, sein Software-Wissen auf YouTube zu teilen. Dort betreibt er die Kanäle „Eplan kurz erklärt“ und „Eplan in a Nutshell“. Darüber hinaus ist er auf LinkedIn, im Discord und sogar auf der chinesischen Video-Plattform Bilibili aktiv. Seit 2024 ist er selbstständig und bietet Dienstleistungen im Bereich der Elektroplanung und des Schaltschrankbaus an.

Dabei sieht er sich selbst nicht als Influencer: „Ich verstehe mich eher als Content Creator,“ sagte er dem SPS-Magazin. „Ich möchte kein Produkt verkaufen, sondern Wissen vermitteln. Mein Ziel ist es, Elektrokonstruktion und Schaltschrankbau praxisnah zu erklären und Menschen bei ihren täglichen Herausforderungen zu unterstützen.“

Fazit: Konsequente Datennutzung macht das Engineering-Leben Leichter

Kai Hennings zeigt, wie Unternehmen vorhandene Daten entlang des gesamten Projektlebenszyklus konsequent nutzen können, um Prozesse zu vereinfachen und Reibungsverluste zu reduzieren. Statt Daten mehrfach zu erfassen, sollten sie vom Basic Engineering bis in Service und Produktion durchgängig verwendet werden. Die Eplan Plattform 2027 ermöglicht genau diesen durchgängigen Datenfluss zwischen Mechanik, Elektrotechnik und SPS-Programmierung. Darüber hinaus wird die Elektrokonstruktion durch zahlreiche neue Funktionen weiter vereinfacht und beschleunigt.

Eplan Next27: Jetzt schon anmelden!

Die Erfolgsgeschichte geht weiter: 09. bis 10 Juni 2027 in Köln

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