Die neue Eplan Plattform 2027: ”Anwender profitieren täglich. Das macht gutes Engineering aus”

Sean Mulherrin und Sebastian Seitz von Eplan

Sean Mulherrin (links im Bild) präsentierte während Next26 gemeinsam mit Eplan CEO Sebastian Seitz Besonderheiten des Portfolios. Mulherrin ist auch einer der kreativen Köpfe hinter der Eplan Plattform 2027. Im Interview spricht er über die wichtigsten Neuerungen, sein persönliches Highlight und Herausforderungen, die das Engineering in Zukunft prägen werden.

Die Eplan Plattform 2027 ist verfügbar. Welche Neuerungen prägen sie aus Deiner Sicht?

Die Plattform 2027 steht vor allem für vernetztes und anwenderorientiertes Engineering. Unser Ziel war es dabei nicht, möglichst viele neue Funktionen zu integrieren, sondern die täglichen Arbeitsabläufe unserer Anwender zu verbessern. Also Prozesse mit Luft nach oben gezielt besser zu machen.

Dazu gehören unter anderem Weiterentwicklungen in der Vorplanung, Verbesserungen bei der Verwaltung von Artikeldaten und beim Umgang mit Artikeln, neue Möglichkeiten im Schaltschrankbau sowie Optimierungen der Benutzeroberfläche. Besonders wichtig ist aber der übergreifende Gedanke dahinter: Wir möchten Anwender dabei unterstützen, schneller auf relevante Informationen zuzugreifen, vorhandene Daten durchgängig zu nutzen und sich stärker auf ihre eigentlichen Engineering-Aufgaben zu konzentrieren.

Wichtiges Thema ist dabei auch die intelligente Unterstützung im Engineering. Mit der Integration von Eplan Copilot können wir Anwendern mit KI-Technologie direkt innerhalb der Software unter die Arme greifen. Das zeigt, in welche Richtung sich modernes Engineering entwickeln wird.

Mit der Eplan Plattform 2026 wurde die Portfolio-Struktur vereinfacht. Welche Vorteile bringt das und wie baut Version 2027 darauf auf?

Die Neustrukturierung des Portfolios war ein wichtiger strategischer Schritt. In der Vergangenheit bestand unser Angebot aus vielen einzelnen Bausteinen und Optionen. Das bot zwar eine hohe Flexibilität, konnte aber auch komplex werden.

Mit dem neuen Portfolio stellen wir stärker die jeweiligen Aufgaben und Workflows unserer Kunden in den Mittelpunkt. Anwender erhalten heute deutlich leistungsfähigere Pakete mit größerem Funktionsumfang und integrierten Cloud-Services. Dadurch können sie schneller produktiv arbeiten und müssen sich weniger mit der Auswahl zusätzlicher Module beschäftigen. Alles, was sie brauchen, ist bereits integriert. Ziel ist es, die „Time-to-Value“ zu verkürzen und Lösungen bereitzustellen, die unmittelbar weiterhelfen.

Die Plattform 2027 baut konsequent auf diesem Ansatz auf. Anwender profitieren von weiteren Funktionen, ohne dass die Komplexität zunimmt. Damit schaffen wir die Grundlage für ein leistungsfähigeres Engineering, das gleichzeitig einfach zugänglich bleibt.

Welche Neuerungen bringt die Plattform 2027 bei Eplan Preplanning und was haben Anwender davon?

Die Bedeutung der Vorplanung nimmt in vielen Unternehmen stetig zu. Entscheidungen, die in einer frühen Projektphase getroffen werden, haben im späteren Prozess großen Einfluss auf Qualität, Termine und Kosten.

Deshalb bauen wir Eplan Preplanning konsequent weiter aus. Unser Ziel ist es, Anwendern bereits zu Beginn des Projekts eine solide und durchgängige Datenbasis zur Verfügung zu stellen. Informationen, die in der Vorplanung entstehen, können anschließend entlang des gesamten Engineering-Prozesses weiterhelfen.

Mit der Plattform 2027 profitieren Anwender von zahlreichen neuen Automatisierungsfunktionen. So können beispielsweise Makros in R&I-Fließschemata per rechter Maustaste komfortabel ausgetauscht werden, wobei sich die zugrunde liegende Logik und Struktur automatisch an die gewählte Variante anpasst. Auch klassische Handgriffe der Konstrukteure, wie die Ausrichtung beim Platzieren von Symbolen, die normgerechte Abbildung von sich kreuzenden Rohrleitungen oder die Darstellung von Prozessflussrichtungen sind automatisiert worden.

Der Nutzen liegt darin, dass Anwender weniger Zeit für manuelle Tätigkeiten aufwenden müssen und gleichzeitig konsistente Planungsdaten haben. Das unterstützt sie dabei, sich auf die inhaltliche Ausarbeitung ihrer Projekte zu konzentrieren und sorgt für einen effizienten Übergang von der Vor- in die Detailplanung.

Eplan Preplanning in der Plattform 2027 bietet mehr Informationen Mit der Darstellung der Prozessflussrichtung oder Tank-Befüllung bietet Eplan Preplanning 2027 neben zahlreichen weiteren Automatisierungsfunktionen deutlich mehr Informationstiefe.

Auch Eplan Pro Panel hat neue Funktionen. Wie können Anwender im Schaltschrank- und Schaltanlagenbau davon profitieren?

Im Bereich Schaltschrank- und Schaltanlagenbau stehen Unternehmen unter hohem Termin- und Kostendruck. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an Qualität und Dokumentation.

Deshalb lag unser Fokus beim neuen Eplan Pro Panel darauf, Routineaufgaben weiter zu automatisieren und den Informationsfluss zwischen Engineering und Fertigung zu verbessern. Besonderes Highlight ist dabei die neue Unterstützung der Aderendbehandlung: Die erforderlichen Informationen für die automatisierte Behandlung von Verbindungsenden werden im Engineering berücksichtigt und für die Drahtkonfektionierung eindeutig dokumentiert. Das reduziert manuellen Aufwand, erhöht die Datenqualität und sorgt in der Fertigung für reibungslose Prozesse.

Darüber hinaus wurden Funktionen zur Automatisierung und Standardisierung der Schaltschrankplanung ergänzt. So können Anwender bei wiederkehrenden Aufgaben entlastet werden und von der engeren Verzahnung von Engineering und Fertigung profitieren.

Eplan Pro Panel in der Plattform 2027 fördert die automatisierte Schaltschrankplanung Eplan Pro Panel fördert mit der Version 2027 die automatisierte Schaltschrankplanung und reduziert manuelle Prozesse unter anderem durch die neue Aderendbehandlung.

Welche Neuerungen gibt es im Artikelmanagement und warum lohnt es sich für Unternehmen, diesem Thema besondere Aufmerksamkeit zu widmen?

Stammdaten sind die Grundlage für nahezu jeden Engineering-Prozess. Wenn Daten unvollständig oder inkonsistent sind, wirkt sich das auf viele nachgelagerte Prozesse aus.

Deshalb haben wir den Umgang mit Artikeldaten gezielt weiterentwickelt. Ein Beispiel ist die neue Möglichkeit, Artikel komfortabel miteinander zu vergleichen. Anwender können die Daten von bis zu zehn Artikeln einfach gegenüberstellen, gezielt nach Unterschieden filtern und in der Planung sofort den richtigen Artikel finden. Das vereinfacht die Auswahl passender Komponenten und erhöht die Transparenz bei Alternativen oder Varianten.

Vergleich von Artikeln in Eplan 2027 Welcher Artikel passt in meine Planung? Bis zu zehn verschiedene Artikel lassen sich in der Version 2027 komfortabel nebeneinander legen und miteinander vergleichen.

Darüber hinaus wurden Funktionen rund um Artikelsynchronisierung und -verwaltung erweitert. Damit wird es einfacher, konsistente Daten über Projekte und Teams hinweg sicherzustellen und mit der Artikeldatenbank abzugleichen.

Der eigentliche Mehrwert entsteht jedoch langfristig. Hochwertige, eindeutige Stammdaten ermöglichen mehr Durchgängigkeit im Engineering, unterstützen die Wiederverwendung und schaffen die Grundlage für weitere Automatisierungsvorhaben. Hierfür liefert die neue Eplan Plattform die perfekte Basis.

Anwender von Eplan Electric P8 arbeiten täglich mit dem grafischen Editor. Welche Vorteile bringt seine Weiterentwicklung konkret?

Der grafische Editor im Einfügezentrum ist aus dem „täglichen Doing“ unserer Anwender nicht wegzudenken. Umso wichtiger, dass die Bedienung intuitiv und leistungsstark ist.

Mit der Plattform 2027 haben wir hier mehrere Verbesserungen umgesetzt. Besonders praktisch ist die neue Vorschaufunktion. Anwender können sich zum Beispiel die zu einem Gerät hinterlegten Funktionen, Makros und Funktionsschablonen direkt anzeigen lassen, ohne den Artikel platzieren zu müssen. Dadurch wird die Variantenkonstruktion deutlich komfortabler und Entscheidungen können schneller getroffen werden.

Einfügezentrum in Eplan Electric P8 Im Einfügezentrum von Eplan Electric P8 werden alle zum Gerät gehörenden Bestandteile, Makros und Funktionen bereits in der Vorschau angezeigt. Tags lassen sich umfangreich verwalten.

Hinzu kommt ein weiterentwickeltes Tag-Management. Tags lassen sich nun zentral verwalten, anzeigen, ändern sowie importieren und exportieren – alles an einem Ort. Das sorgt insbesondere in größeren Projekten für mehr Übersicht und vereinfacht die Arbeit mit wiederkehrenden Elementen.

Solche Verbesserungen wirken auf den ersten Blick vielleicht unspektakulär. Im Alltag summieren sich die Vorteile jedoch schnell. Wenn häufig genutzte Funktionen intuitiv verfügbar sind und Handgriffe damit verbessert werden können, profitieren Anwender täglich davon. Und genau das macht gutes Engineering aus.

Was hat es mit der “neuen” Datenverwaltung der Version 2027 auf sich?

Daten sind im Engineering das “A und O“. Umso wichtiger sind eine transparente Datenhaltung und der einfache Zugang. Bis jetzt konnten Anwender für die Verwaltung ihrer Daten bei Bedarf zwar auch verschiedene Apps in der Eplan Cloud nutzen: Für Projektdaten zum Beispiel das Data Management, welches bis zur Version 2025 als Eplan eManage verfügbar war. Oder für Artikeldaten das Parts Management, ehemals Eplan eStock. Die eben angesprochene Transparenz war hier jedoch nicht immer gegeben und der Zugriff auf die Daten mit dem Wechsel der Anwendung verbunden.

In der Version 2027 bleibt die Cloud-basierte Datenverwaltung weiterhin ein optionales Angebot. Allerdings haben wir dieses viel einfacher und übersichtlicher gestaltet, da alle Daten nur noch in einer App gepflegt und geteilt werden – Projektdaten, Artikeldaten und Stammdaten. Die “neue” Datenverwaltung im Dashboard kann also viel mehr und sorgt vor allem für Klarheit und Entlastung. Unterschiedliche Daten sind konsolidiert an einer Stelle verfügbar und man muss nicht mehr hin- und herschalten. Die App ist auch im Menüband der Software integriert, so dass man bei der Projektierung direkt in die Datenverwaltung springen kann.

Die neue App Data Management oder Datenverwaltung in der Eplan Plattform 2027 Projektdaten, Artikeldaten und Stammdaten werden in der Eplan Version 2027 nur noch in einer App – Data Management oder Datenverwaltung – konsolidiert verwaltet und bereitgestellt. Die Eplan eigene Cloud-Infrastruktur bietet umfangreiche Synchronisationsmöglichkeiten und einfachen Zugang zu unterschiedlichen Datentypen.

Dennoch bleiben die Anwender der Version 2027 völlig frei in ihrer Entscheidung: Sie können das Cloud-Angebot sofort nutzen und zum Beispiel Artikeldaten unternehmensweit zur Verfügung stellen. Dabei profitieren sie von der bewusst einfach gehaltenen, aber leistungsstarken Infrastruktur, die Datenaktualisierungen standortübergreifend verfügbar macht. Die Eplan Cloud Services sind jedoch ein optionales Angebot und Anwender haben weiterhin die Möglichkeit, ihre Daten über die eigene IT-Infrastruktur zu verwalten.

Wenn bereits bestehende Artikeldaten und Collections aus eStock oder der Vorversion weiter genutzt werden sollen, müssen diese initial in die neue Datenverwaltung migriert werden. Das System bietet automatisch einen Migrationsdialog an und führt Anwender in einfachen Schritten durch die Datenübernahme.

Dein persönliches Highlight der Eplan Plattform 2027 – welches ist das und warum?

Wenn ich mich festlegen müsste, ganz klar Eplan Copilot. Mit dem Copilot bringen wir erstmals KI-Unterstützung direkt in die Eplan Software. Das ist für mich ein Meilenstein, weil wir damit eine völlig neue Form der Interaktion und Unterstützung mit und durch die Software ermöglichen. Anwender können Informationen in ihrer gewohnten Sprache abrufen und erhalten genau dann Hilfe, wenn sie sie benötigen.

Der Eplan Copilot in der Eplan Plattform 2027 Direkt integriert: Der intelligente Engineering-Begleiter Eplan Copilot unterstützt Anwender der neuen Version zum Beispiel mit projektübergreifenden Artikelrecherchen oder konkreten Handlungsempfehlungen.

Besonders spannend finde ich, dass wir hier erst am Anfang stehen. Schon heute hilft der Copilot dabei, relevantes Wissen schnell zugänglich zu machen und entlastet Anwender bei wiederkehrenden Aufgaben. Künftig werden die Möglichkeiten aber noch deutlich wachsen. Für mich ist Copilot daher nicht nur ein neues Feature, sondern ein wichtiger Baustein fürs Engineering der kommenden Generation.

Über die aktuelle Version hinausgeschaut: Was wird das Engineering in kommenden Jahren prägen und wie stellt sich Eplan darauf ein?

Ich sehe drei große Herausforderungen: die zunehmende Komplexität von Projekten, den Fachkräftemangel und den Bedarf an leistungsfähigeren Prozessen. Gleichzeitig erwarten Unternehmen, dass sie Projekte schneller realisieren, Ressourcen sparen und die Qualität weiter steigern können. Das ist an sich ein Interessenkonflikt und funktioniert nur, wenn Daten durchgängig nutzbar sind und Anwender in allen Prozessschritten unterstützt werden.

Deshalb investieren wir kontinuierlich in Themen wie Automatisierung, Cloud-Technologien und Künstliche Intelligenz. Der Eplan Copilot ist dafür ein gutes Beispiel. Dabei geht es nicht darum, den Ingenieur zu ersetzen. Vielmehr möchten wir ihn entlasten, damit er sich auf die Aufgaben konzentrieren kann, die sein Fachwissen und seine Kreativität erfordern.

Unser Anspruch ist es, die Entwicklungen im Markt nicht nur zu beobachten, sondern aktiv mitzugestalten. Die Plattform 2027 ist dafür der nächste wichtige Schritt. Ich bin überzeugt, dass wir auch in Zukunft die richtigen Antworten auf die Herausforderungen unserer Kunden liefern werden.

Eplan Plattform 2027

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