Was wäre, wenn … sich Netzanschlüsse rasant beschleunigen ließen?
Bei allem Tempo, mit dem Stromnetze hierzulande ausgebaut werden sollen, müssen sie vor allem eines bleiben: stabil. Um Belastungsspitzen auszugleichen und – zumindest vorübergehend – dabei zu unterstützen, das Stromsystem im Gleichgewicht zu halten, werden zunehmend Großbatteriespeicher eingesetzt. Rechenzentren wiederum sind notwendig, um die intelligente Vernetzung mit erneuerbaren Energien zu stemmen. „Ganz nebenbei“ gelten sie als zentrales Werkzeug, um die Digitalisierung und damit den Wirtschaftsstandort Deutschland voranzubringen.
Der Anschluss großer Speicher und Rechenzentren an das Stromnetz verläuft allerdings schleppend – und wird zunehmend zum Flaschenhals. Ein Dilemma. Um das zu lösen und Netzanschlüsse schneller und planbarer zu machen, sieht Eplan standardisierte und durchgängige Konstruktions-Prozesse als entscheidend an. Dieser Weg allerdings ist kein Alleingang: „Wir glauben nicht, dass die Energiewende von Einzelnen umgesetzt werden kann, sondern nur mit der Kraft eines starken Ökosystems, in dem alle Stakeholder der Branche zusammenarbeiten“, sagt Stephanie Kudak, Vertical Market Managerin Energy bei Eplan. „Mit einer Software, in der alle Fäden zusammenlaufen, bieten wir dafür das richtige Tool. Sie hilft dabei, dass alle vom Gleichen sprechen.“
Die richtigen Tools, um den Netzanschluss zu beschleunigen
Denn längst ist der Netzanschluss keine technische Einzelaufgabe mehr; Planung, Konstruktion, Prüfung und Bau sowie der spätere Betrieb müssen ineinandergreifen. Genau hier setzt Eplan als Engineering-Plattform an, um durchgängige digitale und standardisierte Engineering-Prozesse möglich und damit Planung, Prüfung und Umsetzung skalierbar zu machen. Das reduziert Fehler, beschleunigt Abstimmungen und erhöht die Planungssicherheit – beim Netzanschluss komplexer Anlagen wie Großbatteriespeichern und Rechenzentren ein entscheidender Faktor. Möglich wird dies durch das Prinzip der durchgängigen Datennutzung. Beispiel Eplan Preplanning: Im Tool für die technische Vorplanung lassen sich in frühen Projektphasen schon strukturierte Anlagendaten erfassen, logisch aufbauen und als Grundlage nutzen für alle weiteren Planungsschritte. Das vermeidet nicht nur Medienbrüche, es reduziert schlicht auch Übertragungsfehler. Eplan Electric P8 ermöglicht darauf aufbauend eine normkonforme Elektrokonstruktion. Schaltpläne, Stromlaufpläne und Gerätedaten entstehen auf Basis eines einheitlichen Datenmodells. Mit Eplan Pro Panel werden diese Engineering-Daten direkt in den dreidimensionalen Schaltschrank- und Anlagenaufbau überführt. Auch werden die Elektrokonstruktion und mechanische Planung dabei eng miteinander verzahnt: Platzbedarf, Kabelführung und Aufbau lassen sich frühzeitig prüfen und optimieren.
Der Digitale Zwilling als Beschleuniger
So entsteht der Digitale Zwilling von Anlagen als eine durchgängige, konsistente Datenbasis, die alle relevanten elektrischen und technischen Informationen zusammenführt und für Planung sowie Umbauten nutzbar macht. Dieser Ansatz hat sich auch in der Praxis schon bewährt – das zeigt ein Pilotprojekt beim süddeutschen Verteilnetzbetreiber naturenergie netze. Ein hochkomplexes Umspannwerk wird im laufenden Betrieb auf Basis eines durchgängigen Digitalen Zwillings modernisiert.
Die Anlage wurde vorab vollständig digital erfasst, mit Bestandsdaten abgeglichen und als konsistentes Modell aufgebaut, in dem Primär- und Sekundärtechnik erstmals systemübergreifend zusammengeführt sind. So entsteht eine „Single Source of Truth“, die Umbauten planbarer, sicherer und schneller macht. Erste Projektphasen zeigen deutliche Zeiteinsparungen: Statt mehrerer Wochen für die Bestandsdatenaufnahme benötigt der Netzbetreiber nur noch wenige Tage, nach eigener Aussage eine Reduktion um rund 90 Prozent.
Standardisierung macht Netzausbau skalierbar
Neben der Digitalisierung ist Standardisierung ein entscheidender Hebel, um Netzanschlussprozesse zu beschleunigen und langfristig skalierbar zu machen. Die Engineering-Plattform von Eplan schafft dafür die Grundlage, indem sie strukturierte Datenmodelle, wiederverwendbare Templates, Funktionsbausteine und modulare Konzepte ermöglicht. Oder – anders ausgedrückt: Netzanschlussprojekte müssen nicht jedes Mal neu gedacht werden.
Planung beginnt damit nicht bei null, sondern basiert auf geprüften, normkonformen Modulen. Das verkürzt Projektlaufzeiten, steigert die Qualität der Unterlagen und erleichtert die Prüfung durch Netzbetreiber – besonders im Rahmen der Kraftwerks-Netzanschlussverordnung (KraftNAV). „In den Tools von Eplan können stets die aktuellen Normen und regulatorischen Anforderungen hinterlegt werden, um zu gewährleisten, dass jederzeit nach den geltenden Vorschriften gehandelt wird“, erklärt Vertical Market Managerin Stephanie Kudak. Strukturierte, konsistente digitale Modelle reduzieren zudem Rückfragen und Korrekturschleifen und verbessern die Prüfbarkeit komplexer Anschlusskonzepte.
Damit zeigt sich: Digitale, standardisierte Engineering-Prozesse beschleunigen nicht nur interne Abläufe. Sie stabilisieren und verkürzen Netzanschlussverfahren insgesamt und machen den Netzausbau skalierbar.
Diskutieren Sie mit!
Wie die Energiewende gelingen kann, lässt sich nur im Dialog zwischen Netzbetreibern, Industrie und Technologiepartnern beantworten. Diskutieren Sie mit – am 19.3. beim Branchendialog Energy von Eplan und Schwesterfirma Rittal in Berlin.